Kommentare zu den Bildern

Sie haben sich die Website mit den Bildern von Ate Butenandt angesehen.

An dieser Stelle  können Sie nun  Ihre Gedanken, Ihre Gefühle und Ihre Kritik aufschreiben, damit wir und andere Schauende nachvollziehen können, wie die Bilder auf Sie wirken, und wo sie Ihre Fantasie oder auch Ihre Assoziationen beflügeln.

4 Antworten auf „Kommentare zu den Bildern“

  1. Die Internetseite von Ate Butenandt ist beeindruckend – und die Phantasie dieser Künstlerin auch! Frei von jeder Absicht die Dinge realistisch wiedergeben zu wollen, spielt Ate Butenandt souverän mit verschiedenen Möglichkeiten der Technik. Spielerisch leicht setzt sie Farben, Formen und Strukturen gegeneinander, lässt den Zufall mitspielen, sucht aus, was überarbeitet werden muss, oder was betont werden soll. Und die Ergebnisse sind so vielfältig wie die Titel, die sie haben! Sie lassen dem Betrachter Freiraum für eigene Assoziationen oder Deutung. Für mich öffnet jeder Titel eine phantasievolle Möglichkeit der Sicht auf das jeweilige Kunstwerk. Ein Bild, das mich besonders berührt, ist: “Komm, wir spielen Du und Ich”. Das gemeinsame Spiel findet seinen Ausdruck in einer Wolke, die zwei Personen umhüllt. – Schade, dass ich bei KUNST OFFEN nicht vorbei sehen kann! Aber meine nächste Reise in den Norden führt mich nach Hintersee. Und ich werde mindestens ein Bild mit nachhause nehmen!
    Komm, wir spielen Du und Ich

    1. Die Bilder sind anregend und das speziell kommentierte Bild ” Komm, wir spielen ….” gefällt auch mir sehr gut. Ich besitze bereits andere Bilder der Künstlerin.

  2. Ein Zauber von schwebenden, kreisenden Geschichten getrieben, zerrissen, real, märchenhaft, skurril. Hingeschaut diesseitig, tiefenscharf und spielerisch. Oft gegen den Strom aber mit der Zeit. Rastlos entspannt. Ein wacher Nachtwandler, dem Irrtum ins Auge geschaut.
    Ich bin seit 43 Jahren, und besonders seit 13 Jahren in Hintersee, ein begeisterter Fan von Ate.

  3. Die ersten Male bei den Butenandts in Hintersee.

    Ate Butenandt sieht mich gespannt von der Seite an. Ihr Mann Eckhart sitzt mir gegenüber und lässt den Blick durch das Sonnengeflutete Fenster in die Ferne der Hinterseer Feldlandschaft schweifen. Der Duft von frischem Kaffe liegt in der Luft. Die beste Freundin der Butenandts, eine Hundedame namens Wölkchen, liegt sichtlich zufrieden und friedlich schlummernd neben mir auf dem Boden. Es ist still. Nicht unangenehm still, sondern friedlich, ja sogar harmonisch still. Der Stille waren angeregte Unterhaltungen, über ‘Gott und die Welt’ vorhergegangen. Nun halte ich einen Stapel von Arbeiten der Künstlerin Ate Butenandt in den Händen und schaue sie nach und nach durch. Große Blätter, auf denen man zwischen verlaufenen, gestrichenen und verwischten Farben, groben und feinen destruktiven Elementen, großen und kleinen Bläschen, Spritzern, Kratzern und Verkrustungen, vergeblich nach einer Erklärung sucht. Auch die Künstlerin selbst wird weder sich, noch das Bild erklären. Was ist das auch für eine Kunst, wenn man sie noch erklären muss? Darüber sind wir uns in einer der bereits erwähnten, vorhergegangenen und angeregten Unterhaltungen schon einig geworden. Nur was ich zu den Bildern sagen soll, weiß ich trotzdem (noch) nicht. Ich schaue wechselseitig in die Gesichter der Eheleute. ‘Ist das ein Samurai?’, frage ich etwas hilflos in die Runde und halte ein Bild hoch. ‘Vielleicht ist es das. Vielleicht auch etwas anderes. Ist das denn wichtig?’, lauten Antwort und Frage der Künstlerin.

    Herr Butenandt merkt auf : ‘Zeigen Sie mal.’

    Ich reiche das Bild weiter.

    ‘Hören Sie mal für einen Moment auf zu denken und schauen Sie einfach nur. ‘ , fügt Ate Butenandt hinzu, als mich plötzlich zwei Augen vom obersten Blatt des Bilderstapels anstarren. Sie fixieren mich regelrecht, wie die Augen eines wilden Tieres. Tatsächlich empfinde ich nun, ohne darüber nachzudenken, dass dieser starre Blick dort auf dem Bild, ‘mich’ zu meinen scheint.

    ‘Da blickt für mich, eindeutig eine schemenhafte Gestalt rücklings über ihre Schulter, auf mich zurück.’, bringe ich hervor. ‘Jetzt sieht er was.’, freut sich das Paar.

    Ich beginne allmählich zu verstehen. Diese Bilder kommunizieren nicht, wenn ich etwas von ihnen will. Sie zeigen nicht das herkömmliche Haus, den Heuwagen, die Bauern, wie sie ihre Ernte einbringen, oder Mädchen und Junge, sitzend unter einem Baum. Da kann ich nicht einfach sagen ‘Ach, diese Landschaft ist sehr gut gelungen’, oder ‘dieser Sonnenuntergang ist besonders realistisch nachempfunden.’ Ich muss ein Gefühl entwickeln, haben, aktivieren. Die Bilder von Ate Butenandt erzählen mir all das, was eben nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Bei ihren Kunstwerken muss man wieder etwas anstrengen, was uns Menschen leider oft mit der Zeit verloren geht. Wir müssen oberflächliche Erwartungen abstellen und tiefer gehen, als nur in Bewertungshaltung ein ‘Bild’ zu betrachten. Hier gilt nicht wie gewohnt der Frage ‘Wie gut ist es gelungen?’ das Hauptaugenmerk. Ein Kunstwerk von Ate Butenandt setzt meines Erachtens voraus, dass wir in uns selbst suchen, sehen, horchen, spüren, während wir es betrachten. Zu bewerten bleibt lediglich unsere eigene Resonanz zum jeweiligen Werk.

    Vorbehaltslos und unvoreingenommen kann nun meine Reise durch die Werke von Ate Butenandt beginnen. Und spätestens mit dem Irrtum der eigentlich keiner ist, nämlich einen ‘Samurai’ erkannt zu haben, der auch wenn er es nicht ist, gerne ein ‘Samurai’ sein darf, weil dieser etwas in mir auslöst, lässt die Bilder beginnen von allein zu sprechen. Diese besondere Freiheit gibt uns die Künstlerin mit ihren Bildern im Verbund, und sie erfreut sich daran, wenn wir die Freiheit annehmen und an der Arbeit ihrer Hände ausprobieren. Man soll und muss nichts bestimmtes erkennen, sondern man darf und kann. Das entbindet die Kunstwerke von Ate Butenandt vom Druck kommerzieller, intelektueller Fassaden und konservativer Betrachtungsweisen und erlaubt dem Betrachter, sofern er dazu bereit ist, mehr über sich selbst zu erfahren oder zu entdecken. Surreal, mystisch, unheimlich, organisch, warm. Bilder wie Nebelträume oder längst vergessen geglaubte Erinnerungen aus dem Unterbewusstsein. Ausstellungen der Künstlerin Ate Butenandt zu besuchen, kann ich nur empfehlen. Das Ehepaar schafft in ihrem heimischen Atelier eine besonders einzigartige, persönliche, idyllische, warme und lebendige Atmosphäre. Ich durfte dort mittlerweile öfter zu Gast sein und empfinde jeden Besuch als große Bereicherung. Danke für alles!

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